Nachbildung der Schlüsselabhängigkeit - Modellbahnwelt Sormitztalbahn

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Nachbildung der Schlüsselabhängigkeit

Modell Awanst

Wie im Bericht über die Sperrfahrt zur Awanst beschrieben, sind die Weichen der Awanst schlüsselabhängig. Diese Situation wollte ich nachbilden. Bis vor kurzem kannte ich nur die Darstellung der Abfolgen aus dem o.g. Bericht. Demnach hat die Sperrfahrt den Schlüssel für die Anschlussweiche W11 vom Bf Lichtentanne mitgnommen, vor Ort die Anschlussweiche aufgeschlossen und mit dem frei werdenden Schlüssel wiederum die Schutzweiche W12. Hat sich die Sperrfahrt in der Awanst eingeschlossen, wurde der Schlüssel in einem Anschlusssperrfeld, welches sich in einer Telefonzelle neben der Anschlussweiche befand, verschlossen.

In einer anderen Darstellung befand sich der Schlüssel für die Anschlussweiche dauerhaft in einem Sperrfeld bzw. Blockfeld in der Telefonzelle und konnte, nach Freigabe durch den FDL in Lichtentanne, vor Ort entnommen werden. Die Schließfolge war umgekehrt. Erst die Schutzweiche W12 (früher wohl A2) dann die Anschlussweiche W11.

Also nochmal recherchiert und in einem Artikel zur Schlüsselabhängigkeit bei Wikipedia konnte ich unter 'Reihenfolge' nachlesen, dass die zweite Variante wohl die ältere Form der Abfolge darstellt und eine gewisse Unsicherheit birgt. Und da meine Baufortschritte schon zu weit fortgeschritten sind, bleibe ich bei der ursprünglichen Version, erst Anschlussweiche, dann Schutzweiche schließen.

Da ich annehme, dass diese Schließfolge nach 1990 eingeführt wurde, katapultiert mich das von Epoche IV nach Epoche V. Da aber die Awanst bis 2001 in Betrieb war und in Lichtentanne noch bis 2010 EZMG-Technik stand, macht es aus meiner Sicht keinen wirklichen Unterschied, ob sich mein Projekt nun in 1985 oder 1995 befindet. Die Abläufe im Gleisanschluss haben sich nicht geändert.

Vorspiel:
Ich habe zunächst einige Zeit gegrübelt, wie ich die Schlüsselabhängigkeit nachbilden kann. Zu dem Thema fand ich im Internet vornehmlich Beispiele zu Schlüsselfeldern. Meine Anregungen entnahm ich Seiten zum Nachbau des Bahnhof 'Epterode', wo auch die Umsetzung eines Schlüsselwerkes beschrieben ist.

So habe ich mir in Kopf gesetzt, die Schlüsselabhängigkeit meiner Weichen mittels Möbel-Aufschraubschlössern zu realisieren. O.g. Seite empfiehlt Schlosser der Firma 'Junie' Typ 2040. Diese Schlösser soll es mit 48 verschiedenen Schließungen geben. Verschiedene Schließungen sind notwendig, damit nicht z.B. mit dem Schlüssel für die Anschlussweiche W11 auch noch die Schutzweiche W12 geschlossen werden kann. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass es vorkommt, dass der Schlüssel eines Schlosses durchaus auch in einem anderen Schloss Dienst tuen kann. Ob bei dem vorgenannten Schloßtyp wirklich jeder Schlüssel nur die eigene Schließung bedient, kann ich derzeit nicht sagen.

Auf der Seite wird, bei ausreichender Abnahme, ein Preis von 7 - 10 Euro pro Schloß genannt. Die Firma JUNIE verkauft aber nicht direkt. Auf Nachfrage wurden mir Händler genannt, die um die 16 Euro für ein Schloß haben wollen. Naja, 9 Stück sind wohl keine ausreichende Abnahmemenge und multipliziert mit 16, das war mir dann doch zu viel.

So habe ich mich entschlossen nur die Anschlussweiche und die Schutzweiche zu schließen. Mit einem 'Einschließplatz' im Bedienbahnhof und einem im Anschlusssperrfeld waren es nur noch fünf Schlösser und siehe da, plötzlich reichten die Altbestände meines Vaters doch aus, sogar mit den benötigten zwei verschiedenen Schließungen.


Bauausführung:

Meine Weichen sind alle mittels Stellstangen ortsbetrieben. Da ist es dann relativ einfach, den Riegel eines Möbelschlosses zum Sperren der Stellstange zu verwenden. An den Stellstangen für die Anschlussweiche W11 und der Schutzweiche W12 habe ich je ein Schloss installiert, deren Riegel eine Aussparung für die Stellstangen aufweisen. An den Stellstangen habe ich Messingscheiben aufgelötet, die im verschlossen Zustand der Weiche, die Stellstangen gegen verschieben sichern. Verdickungen der Stellstangen im Riegelbereich verhindern zudem ein Schließen der Schlösser, wenn die Weichen nicht in ihren Grundstellungen liegen.

Neben dem Schloss von Weiche 11 ist ein weiteres Schloss installiert (Riegel an Riegel), welches den Schlüssel für die Schutzweiche W12 aufnimmt. Ist W11 verschlossen, lässt sich dieses Schloss nicht schließen, weil der eine Riegel den anderen durch Schließen nicht wegdrücken kann. Der Schlüssel für Weiche 12 ist damit im Verschlußzustand der Awanst eingeschlossen und kann nicht entnommen werden. Dazu muss man in den Möbelschlössern an der richtigen Stelle eine Bohrung einbringen, durch die anschließend einen Nagel oder ähnliches durchgesteckt und befestigt wird. Diese Maßnahme ist notwendig, weil sich der Schlüssel sonst durch weiterdrehen wieder entnehmen ließe.


Unten stehende Grafik soll das Ganze veranschaulichen. Ich hoffe, ich konnte alles verständlich darstellen. Die Ansichten sind mit Blick "durch" die Vorderseite des Segmentkastens abgebildet.

Die folgenden Bilder zeigen die Bauausführung. Die Ansicht ist von innen auf die Vorderfront des Segmentkastens. Das linke Schloss ist das Weichenschloss W11. Das rechte, kleinere Schloss nimmt den Schlüssel für die Weiche W12 auf.

Die unterschiedlichen Größen der Schlösser resultieren aus unterschiedlichen Dornmaßen. Als Dornmaß bezeichnet man den Abstand vom Mittelpunkt einer Türklinke bis zur Außenkante der Türe. Im konkreten Fall aber eher der Abstand vom Schlüsselmittelpunkt bis zur Aussenkante des Schlosses am Riegelaustritt. Für die grundlegende Verwendung als Weichenschlösser ist das Maß nicht wirklich von Bedeutung. Allerdings kann es aus Platzgründen relevant sein. Auch scheinen größere Dornmaße die Schlösser geringfügig zu verteuern.

Hier befinden sich die Schlösser im Grundzustand, die Awanst ist verschlossen.

Der Riegel des linken Schlosses ist raus. Er greift mit seiner Aussparung über die Stellstange, die Scheibe verhindert das Bedienen der Weiche. Zudem blockiert er das zweite Schloss, in dem der Schlüssel für Weiche W12 eingeschlossen ist.


← Hier wurde das Weichenschloss W11 bereits gschlossen. Die Stellstange ist frei und die Weiche kann bedient werden.
Der Schlüssel für Weiche 12 kann noch nicht entnommen werden.

Das rechte Schloss, dass den Schlüssel für Weiche W12 beherbergt, wurde herum geschlossen. Der Riegel blockiert jetzt das Schloss der Weiche W11, behindert aber nicht die Stellstange.
Dazu habe ich mich hier der Einfachheit halber entschieden, den Riegel des Schlüsselschlosses nicht großräumig auszusparen, wie in der Grafik weiter oben gezeigt, sondern einfach nur das Schloss höher zu setzen.  →


←  Da ich der Weiche 12 (Schutzweiche) im Modell keine weiteren Abhängigkeiten nachschalte, reicht dort ein einziges Schloss.
Das Prinzip ist das Gleiche, wie bei Weiche 11. In der Draufscht (3. Teilbild) sieht man die Verdickung an der Stellstange die verhindert, dass geschlossen werden kann, wenn die Weiche nicht in Grundstellung liegt. Das Sperrholzklötzchen dient als Stütze.

Und hier die Vorderansicht von Weiche W11. Die Awanst ist verschlossen, der Schlüssel W11 könnte abgezogen werden.
Um die Schlüssel zu beschriften, habe ich die Weichennummern auf Papier gedruckt und laminiert. Außerdem habe ich 4mm starkes Acrylglas an die Schlüsselgriffformen angepasst. Dann wurden auf beiden Schlüsselseiten die Beschriftung aufgelegt, das Acryl darüber und alles mit 4mm-Nieten verbunden.

 
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